Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

Erweiterung der Sand- und Kiesabbaustätte der Matthäus Bischoff GmbH & Co. KG, Rottenburg

Sehr geehrte Damen und Herren, wir, die Sand- und Kieswerk Rottenburg Matthäus Bischoff GmbH & Co. KG, versorgen ausschließlich den regionalen Markt über kurze Lieferstrecken mit dem Rohstoff Kies und Sand. Wir gewinnen den Rohstoff in unserem Baggersee in Rottenburg und bereiten und veredeln ihn in unserem dortigen Kieswerk so, dass er den ganz unterschiedlichen Ansprüchen unserer Kunden gerecht wird. Abnehmer unseres Rohstoffs sind die regionalen Bauunternehmen sowie die Betonwerke in Rottenburg und Tübingen.

Durch die jahrzehntelange Rohstoffgewinnung an unserem Standort ist ein Baggersee entstanden, der eine hohe Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität in der Region und insbesondere für brütende und rastende Wasservögel hat. Ein Teil unseres Baggersees ist deshalb seit Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zur stetigen Optimierung naturschutzfachlicher Belange während des Abbaus sind wir in regelmäßiger Abstimmung insbesondere mit der höheren Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium, dem Landratsamt und der IAN (Initiative Artenvielfalt Neckartal) sowie auch des Fischereivereins.

Die an unserem Werkstandort zum Abbau genehmigten Kies- und Sandmengen ermöglichen die regionale Rohstoffversorgung und den Weiterbetrieb unseres Kieswerks nur noch für kurze Zeit. Zur Absicherung der Arbeitsplätze und der regionalen Rohstoffversorgung im Raum Rottenburg und Tübingen planen wir eine Erweiterung unserer Rohstoffgewinnungsfläche. Als einziges Kieswerk im Umkreis von 60 km sind wir regionaler Versorger für die örtlichen, gewerblichen und privaten Abnehmer, welche wir mit Neckarkiesen und -sanden und Humus versorgen. Dadurch können die Emissionen aufgrund der kurzen Transportstrecke zum Kunden gering gehalten werden. Um die Region auch in Zukunft mit wichtigen Rohstoffen zu versorgen und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, planen wir diese Erweiterungsfläche.

Wir informieren Sie hier frühzeitig, d. h. bereits vor der Erstellung von Antragsunterlagen, über das von uns geplante Vorhaben. Zugleich haben Sie hier die Möglichkeit, uns Fragen zu stellen und von uns Antworten zu erhalten.

Für die Zulassung des Vorhabens wird von der Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Tübingen, ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt. Zahlreiche Gutachten sind hierfür von uns zukünftig der Genehmigungsbehörde vorzulegen. Hierzu zählen beispielsweise ein UVP-Bericht, ein Fachbeitrag Artenschutz, eine Natura 2000-Vorprüfung, ein landschaftspflegerischer Begleitplan oder ein Hydrogeologisches Gutachten. Der Betrachtungsgegenstand und der Umfang der vorzulegenden Unterlagen wurde uns von der Genehmigungsbehörde im Detail vorgegeben. Die Gutachten sind in Bearbeitung.

Die Fläche der zu beantragenden Rohstoffgewinnung ist uns durch eine Ausweisung als "Vorranggebiet für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe" im Regionalplan Neckar-Alb amtlich vorgegeben. Der Regionalverband hat unter Abwägung verschiedenster Interessen diesen Bereich explizit zur Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe ausgewiesen.

Um den am Ostrand unseres heutigen Baggersees vorhandenen, für die Tierwelt bedeutsamen Gehölzsaum zu erhalten, werden wir darauf verzichten, den bestehenden Baggersee nach Osten zu erweitern. Stattdessen planen wir, angrenzend an den bestehenden See, durch den gehölzbestandenen Landstreifen getrennt, die Rohstoffgewinnung in einer separaten Fläche durchzuführen. Dieser Verzicht auf eine einfache Erweiterung des Sees und damit auf gewinnbares Rohstoffvolumen hat nicht nur naturschutzfachliche und hydrogeologische Vorteile. Er gewährleistet auch den Erhalt der bisher vorhandenen Naturbeobachtungsmöglichkeiten am bestehenden See und hierzu auch den Erhalt einer Zuwegung für Naturbeobachter zu den vorhandenen Aussichtspunkten.

Einen Überblick über unser geplantes Vorhaben haben wir für Sie in der folgenden Abbildung 1 dargestellt. Es handelt sich um eine schematische Darstellung, da sich auch die technische Planung gegenwärtig noch in Bearbeitung befindet. Die zur Rohstoffgewinnung vorgesehene Fläche hat eine Größe von ca. 8,5 Hektar.

Abbildung 1: Schematische Darstellung des geplanten Vorhabens. Dargestellt sind der geplante Baggersee, das geplante Absetzbecken, das mineralische Trübungen in unserem See minimieren wird und der geplante Verlauf des Förderbands zu unserem bestehenden Kieswerk.
Abbildung 1: Schematische Darstellung des geplanten Vorhabens. Dargestellt sind der geplante Baggersee, das geplante Absetzbecken, das mineralische Trübungen in unserem See minimieren wird und der geplante Verlauf des Förderbands zu unserem bestehenden Kieswerk.

Bei der zukünftigen Rohstoffgewinnung beabsichtigen wir im Grundsatz so vorzugehen, wie Sie es an unserem derzeitigen Standort bereits kennen.

Die derzeitige Geländeoberfläche, die maßgeblich von Äckern eingenommen ist, liegt etwa in einer Höhenlage von 330 m ü. NN. Von der Geländeoberfläche ausgehend werden wir zunächst Kies und Sand mittels Hydraulikbagger im Trockenen gewinnen können. Bei einer Tiefe von etwa 326,5 m ü. NN erreichen wir den zukünftigen Mittelwasserspiegel des entstehenden Baggersees. Dann erfolgt der weitere Abbau mittels Seilbagger. Der Baggersee wird etwa eine Tiefe von ca. 5 m erreichen. Die Böschungen im Wasserwechselbereich werden wir mit einer Neigung von nur 1 : 4 ausbilden. Um während und nach unserem Abbau möglichst vielen Tier- und Pflanzenarten eine Ansiedlung zu ermöglichen, werden wir Teile der über Wasser gelegenen Böschungen sowie der Uferlinien des Baggersees durch Einbringung von vor Ort gewonnenem, nicht verwertbarem Material abflachen und vielgestaltig modellieren. Die zukünftige Böschungsoberkante hält einen 5 m breiten Abstand zu angrenzenden Fremdflurstücken ein.

Den gewonnenen Rohstoff transportieren wir umweltfreundlich mittels Förderband zu den Aufbereitungsanlagen im Kieswerk. Das bei der Rohstoffaufbereitung im Kieswerk anfallende Kieswaschwasser leiten wir über einen Graben in ein großes Absetzbecken zurück. Das Absetzbecken, das eine Größe von ca. 2,5 ha haben wird, wird von uns naturnah gestaltet und sieht später Beweidungsflächen für Wasserbüffel vor.

Das Verkehrsaufkommen aufgrund des Transports unserer Produkte zum Kunden wird sich nicht verändern, da sowohl der Transportweg gleichbleibt und auch die Fördermenge nicht erhöht wird.


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Nachhaltigkeit im Sand- und Kieswerk Rottenburg
Förderanlage Sand- und Kieswerk Rottenburg

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